Corona

Seit fast 1 ½ Jahren sind wir nun schon mit der Corona-Pandemie beschäftigt. Anfangs war das Thema weit weg, dann kamen die ersten Infektionen auch in den Landkreis und dann wurden wir im wahrsten Sinne des Wortes vom Corona-Virus überrollt.

Es war sehr wichtig, schnell Entscheidungen zu treffen und eine Organisation aufzubauen, mit der die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie umgesetzt werden konnten.

Ein großer Vorteil war, dass in den letzten Jahren die Katastrophenschutzarbeit beim Landkreis Osterholz durch viele Fortbildungsveranstaltungen sehr intensiv „trainiert“ wurde und wir dadurch sehr schnell in den Krisenmodus umschalten konnten. Jeder wusste, was zu tun war.

Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, in dem in der Spitze bis zu acht Leitungen gleichzeitig geschaltet wurden, um die Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Verbänden, Unternehmen, Schulen, Kindertagesstätten, Kirchen, und, und, und zu beantworten. Über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich zusätzlich zu ihrem normalen Aufgabenbereich im Bürgertelefon engagiert. Das Bürgertelefon wird durchgängig bis zum heutigen Tag vorgehalten. Insgesamt gab es rund 32.000 Anrufe, die über das Bürgertelefon erfolgten. Hinzu kamen rund 2.400 E-Mail-Anfragen.

Gleichzeitig wurde eine extra Seite auf der Landkreishomepage vorbereitet, die ständig mit neuesten Informationen und insbesondere auch mit den vielfältigen Fragen aus dem Bürgertelefon und den entsprechenden Antworten ergänzt wurde. Diese Informationsseiten wurden insgesamt 1,6 Millionen mal aufgerufen. Gleichzeitig sind die Nutzerzahlen bei den Social-Media-Auftritten des Landkreises weit über 50 % angestiegen.

Regelmäßig gab es neue Vorgaben und Vorschriften des Landes, die zur Folge hatten, dass entweder vor Ort eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen werden oder über diese neuen Regelungen informiert werden musste.

Neben den Informationen auf der eigenen Homepage oder in den sozialen Medien, wie Facebook, Instagram oder Twitter haben regelmäßig auch die Presse informiert – so gab es insgesamt 318 Pressemitteilungen, die auch umfassend in den Medien verbreitet wurden.

Ende 2020 wurde entschieden, dass in Niedersachsen flächendeckend Impfzentren eingerichtet werden sollten. Innerhalb von 14 Tagen haben wir als Landkreis Gespräche mit der Stadt als Eigentümerin der Stadthalle geführt, diverse Fragestellungen mit dem Land abgestimmt und danach die Stadthalle so hergerichtet, dass mit dem impfen begonnen werden konnte. Der Impfstoff wurde dann zwar erst später geliefert, wir hatten aber die zeitlichen Vorgaben erfüllt.

Auch war es uns gelungen, in der kurzen Zeit ausreichend Ärztinnen und Ärzte, weiteres medizinisches Fachpersonal und Personen für die Verwaltung und Organisation des Impfzentrums und für die mobilen Impfteams zu gewinnen.

Zu Beginn der Impfungen gab es sehr große Unstimmigkeiten, z.B. bei der Einrichtung der Impf-Hotline des Landes, über die ausschließlich Termine für das Impfzentrum vereinbart werden können. Es war schwer zu vermitteln, dass der Landkreis als Betreiber des Impfzentrums keinerlei Einfluss auf die Terminvergabe hatte. Hinzu kam, dass es anfangs nur sehr wenig Impfstoff gab. Auch dadurch war die Arbeit vor Ort besonders anspruchsvoll.

Gleichzeitig sollte natürlich auch der ganz normale Betrieb der Kreisverwaltung mit möglichst wenig Einschränkungen weiterlaufen. Das war auch aus Gründen des Infektionsschutzes für alle Kundinnen und Kunden nur dadurch möglich, dass wir unseren Kundenbetrieb ausschließlich mit vorheriger Terminvereinbarung gesteuert haben. Dabei war es mir immer ein besonderes Anliegen, entsprechende Termine auch weiterhin kurzfristig zu bekommen. Nach über einjähriger Praxis haben wir auch von Kundenseite sehr positive Rückmeldungen zu den Terminvereinbarungen, sodass zunächst hieran festgehalten werden soll.

Als größter Arbeitgeber des Landkreises waren wir natürlich auch verpflichtet, die jeweiligen Arbeitsschutzbestimmungen einzuhalten, Abstandsregelungen zu gewährleisten und Homeoffice zu ermöglichen. Auch vor der Corona-Pandemie haben schon sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens genutzt. Daher hatten wir schon gute Erfahrungen sammeln können und der Umstieg fiel leichter. Dennoch war trotzdem ein großer Aufwand notwendig, hier in kurzer Zeit für eine große Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen

Ich bin sehr stolz darauf, wie wir diese großen Herausforderungen der vergangenen 1 ½ Jahre bewältigen konnten. Schon vorher war ich davon überzeugt, dass ich ein sehr gutes Team in meiner Verwaltung habe. Was meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen der Verwaltung ab in dieser Zeit geleistet haben, war wirklich herausragend.

Diese Erfahrungen haben mich sehr in meiner Entscheidung bestärkt, noch einmal für weiter 5 Jahre als Landrat zu kandidieren. Mit dieser Mannschaft können wir auch in den nächsten Jahren noch einiges auf die Beine stellen !